Alternative für Webcams

Wer sich derzeit auf die Suche nach einer Webcam macht wird vielleicht überrascht sein dass die Preise für Webcams erheblich gestiegen sind. Findet man tatsächlich noch Geräte zum normalen, bisherigen Preis, stellt man ernüchtert fest: astronomische Lieferzeiten oder gar nicht lieferbar.

Wie auferbauend…Coronvavirus, Krise, der Markt (Angebot und Nachfrage…).

Nun, abgesehen davon dass das Coronavirus keine Webcams auf dem Markt aufkauft um die Leute zu ärgern und der „Markt“ kein Naturgesetz ist (wie z.B. Regen und Wind) sondern dass es ganz normale Menschen wie „du“ und „ich“ sind und die Situation ausnutzen den Markt leerkaufen und ganz einfach die Preise erhöhen und sich erhoffen dadurch zusätzlich ( mehr ) Geld zu verdienen hilft es einem wie uns überhaupt nichts. Man bekommt keine Webcam zu einigermaßen normalen Preisen.

In meinen Fall war es so dass ich zwar eine Webcam hatte die aber bezüglich der Framerate und Auflösung nicht mehr auf Höhe der Zeit ist. Pixelige und ruckelige Bilder sind für eine Videokonferenz nicht das Gelbe vom Ei.

Für meine Verhältnisse, also das was ich mir persönlich vorgestellt habe wäre eine Logitech C270 oder eine Microsoft Lifecam HD3000, die beide HD-Ready sind („nur“ 720p ) gewesen.

Beide Kameras kosteten jeweils vor der Coronakrise zwischen 30.- und 35.- Euro je nach Händler und Versandkosten. Im Moment kann man sie zu diesen Preisen nur vorbestellen. Lieferzeit z.B. bei Saturn derzeit 12 Wochen (stand: 21. April 2020 ) für die Logitech C270.

Bei anderen Händlern ist der der Liefertermin unbekannt oder die Kamera ist überhaupt nicht verfügbar („derzeit leider nicht lieferbar“).

Kurzum: Mit diesem Treiben auf dem Markt bin ich nicht einverstanden gewesen und habe mich informiert ob man nicht das Smartphone als reine Kamera für Video-Chats auf dem PC nutzen kann da ich hier mehrere habe die relativ gute bis sehr gute Kameras haben. In meinem Fall wären es ein Samsung S5-Mini und ein Xiaomi Mi9. Also für eine „Notlösung“ mehr als ausreichend.

Ich bin dann tatsächlich auf mehrere Möglichkeiten gestoßen und die eine die bei mir reibungslos lief war „Droidcam“.

Man installiert die Software sowohl für Android (iPhones habe ich nicht getestet) auf dem Gerät als auch für Windows. (die Software gibt es auch für Linux).

Das Smartphone verbindet sich mit dem Wlan daheim und dient als Kamera-Server. Auf dem PC installiert man einen Client der diese Bilddaten empfängt und als Kamera dem (Windows) System zur Verfügung stellt.

In der Video-Software wählt man dann als Video-Quelle (Kamera) eben diese Droid-Camera. In meinem Fall ist es Zoom und in folgendem wird es auch für Zoom erklärt.

Nach einigen Wochen Betrieb muss ich sagen – ich habe es nicht bereut. Diese Möglichkeit des Video-Chattens hat auch ihre Vorteile: die Auflösung der Smartphone-Kamera ist höher als die einer echten Webcam. An diese Bildqualität kommt keine Webcam heran.

Im Fall meines Xiaomi Mi9 ist es eine 20-Megapixel Front- und eine 40 Megapixel Hauptkamera. Man muss da schon tief in die Tasche greifen um hier mit einer normalen Webcamera mithalten zu können.

Und selbst die Bildqualität meines alten Samsung S5-Mini reicht an GUTE Webcams heran.

Zumal dass die Bildqualität bei Video-Chats sehr oft eh in „Pixelqualität“ alter Handys ist, begrenzt durch die Teilnehmerzahl und die Bandbreite des Uploads bei den Teilnehmern.

In meinem Fall wiederrum geht es um ca. 50-70 Teilnehmer bei Zoom so dass die Internetbandbreite aller Teilnehmer sehr schnell die Bildqualität stark beeinflusst und man von der hohen Auflösung der Kamera und der hohen Internetbandbreite zu Hause innerhalb von weniger Sekunden keinen Nutzen mehr hat.

Die Tonqualität ist gut und ich selbst kann die Berichte im Internet bestätigen dass die eingebauten Mikrofone der Smartphones fast durchgehen besser sind als der der Webcams. Wobei ich am PC sowieso nicht das Mikrofon des Smartphones nutze sondern ein echtes Mikro welches am PC angeschlossen ist.

Fazit: abgesehen davon dass Webcams wesentlich angenehmer und einfacher beim Handling sind, sind sie in der Qualität im Nachteil. Webcams kommen nicht an Smartphones heran. Selbst gute Webcams kommen nicht an „Standard-Smartphones“ heran.

Hier ein technischer Vergleich:

Eine gute Webcam hat standardmäßig Full-HD, also 1920x1080p. Das sind ca. 2 Megapixel.

Die erwähnte Logitech C270 bzw. Microsoft HD3000 haben jeweils 1280x720p Auflösung. Das wären nur 1 Megapixel (meist aber 1.3 Megapixel).

Täuschen lassen sollte man sich nicht bei den Angaben vom 1280x720p und 3 Megapixel. Diese 3 Megapixel sind nicht echt, sondern interpoliert, d.h. berechnet, hinzugerechnet. Das kann man mit jedem Bild machen, auch nachträglich auf dem PC.

Mein Xiaomi Mi 9 hat 20 Megapixel bei der Frontkamera und 40 Megapixel bei der Hauptkamera. Das S5-Mini hat eine 8 Megapixel Hauptkamera und 2.1 Megapixel Frontkamera. Also selbst das kleine S5 Mini reicht also an eine HD Webcam heran.

Man hat also durch eine Webcam-Alternative keine Nachteile in der Qualität, im Gegenteil, man hat eine Qualitätssteigerung (sofern man sie überhaupt nutzen kann). Hat aber auch Nachteile: man muss etwas mehr herumfummeln und man muss etwas Zeit investieren um sich Kenntnisse anzueignen bzw. es zum Laufen zu kriegen.

 

Hier der Downloadlink: https://www.dev47apps.com/

 

Hier die Android-App:

 

Nach der Installation und dem Start die IP Eintragen die die Android-App meldet, danach „Start“ klicken. Danach erscheint auf ihrem Smartphone in der Droidcam-App auch ein Vorschaubild.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Vorschaufenster von Droidcam-client für Windows:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Vorschaubild auf Android Droidcam:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Video Software die Kamera (=Quelle) anwählen (in diesem Fall Zoom)

 

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