Computernutzer und Sicherheit

Der letzte Artikel über die Gewohnheiten und Sicherheit am heimischen PC schon eine Zeitlang her. Jetzt, einige Jahre später und relativ großen Fortschritten im Computerbereich kann man beobachten dass sich auf vielen Gebieten an den Gewohnheiten der PC Benutzer kaum was geändert hat. Ja, im mobilen Bereich scheint es sich sogar – subjektiv gesehen – ins Gegenteil zu drehen. Man ist noch leichtfertiger geworden als man es eh schon war.


Obwohl in den letzten Jahren das Gefahrenpotenzial enorm gestiegen ist, ist bei vielen Anwendern eine trotzdem gewisse Sorglosigkeit zu beobachten.
Und obwohl die Aufklärung massiv zugenommen hat scheint das auf das Verhalten vieler Nutzer kaum Einfluss auszuüben.

Gerade auf dem mobilen Bereich scheint das „Habenwollen“ auf eine Entscheidung einen wesentlich größeren Einfluss auszuüben, als das Sicherheitsbewußtsein, also das was mit meinem Smartphone bzw. meinen Daten geschieht.

Wichtig ist dass man das bekommt was man im Moment haben will.
Diese APP will ich haben, auch wenn sie, salopp formuliert, unauffällig im
Hintergrund „das Haus anzündet“.

Das heißt nicht dass betroffene Anwender bei eingetretenem Schaden
nicht bedauern würde, im Gegenteil, WENN was passiert ist das Geschrei schon groß.

Nur VORHER, also zu dem Zeitpunkt als man dieses und jenes getan hat,
hat man von Gefahren nix wissen wollen. Oder man hat kaum ernst genommen.

„Wozu ? “
„Warum sollte gerade mir was passieren? “
„Bin schon Jahre auf diese Weise gut gefahren, ist nie was passiert..“
Das sind wohl die üblichen Argumente die man sich selbst vielleicht anführt.
Dass vielleicht schon eine lange Zeit ein Trojaner oder ein Virus im Hintergrund
sein Unwesen treibt merkt man vielleicht gar nicht mal – weil man sich eh nicht drum kümmert.

Im Moment haben die mobilen Geräten einen enormen Auftrieb.
Und auch Menschen mit der Neigung bewusst Schaden anzurichten und daraus (buchstäblich) Profit zu schlagen stellen sich auf den Trend ein.
Es ist also kaum verwunderlich dass Viren, Trojaner, Spyware  und
sonstige Malware auf dem mobilen Bereich verstärkt anzutreffen sind.

Statt also hier besonders wachsam zu sein, scheint auf dem mobilen Bereich
eine absichtliche „Blindheit“ den Gefahren gegenüber vorzuherrschen.
Das was IN ist wird heruntergeladen, das was IN ist wird installiert, das was IN ist
wird praktiziert. Sicherheit, das Ausspähen von privaten Daten scheint kaum einen zu berühren.

So scheint es kaum jemanden zu interessieren warum eine mobile APP die Kontaktdaten, die gespeicherten Telefonnummern, die Adressbücher
auslesen will obwohl es sich z.B. nur um ein Spiel  handelt.

Kaum einen scheint es zu interessieren dass eine APP den vollen Zugriff auf das Telefon und die Speicherkarte haben will, obwohl das für die Funktion gar nicht erforderlich ist.

Um das zu veranschaulichen, erfinden wir ein Beispiel:
Warum möchte eine Wetter-APP, bei der ich nur die örtlichen Wetterdaten will, also Temperatur und die Wettervorhersage, vollen Zugriff auf meine SD-Karte, meine gespeicherten Telefonnummern und alle meine E-Mail-Adressen haben ?

Andererseits wenden manche vielleicht ein, es sei ihre eigene persönliche
Angelegenheit zu tun un zu treiben was sie möchten. Selbstverständlich haben sie damit recht.

Dennoch sollten diese Leute bedenken dass Tipps und Ratschläge in ihren eigenen Interesse veröffentlicht werden, sie quasi vor Schaden zu bewahren.

Auch sollten diese bedenken dass ihr Verhalten auch anderen Schaden zufügen kann.

Ich selbst bin mal Opfer von massiven Spam geworden. Nach einigen Anforschungen stellte sich heraus dass einer aus meinem Bekanntenkreis zu lax mit seinem PC umgegangen ist, er sich einen (oder mehrere) Schädling(e) einfing der (die) sein Mail-Adressbuch auslas(en) und die vorgefundenen Adressen natürlich nutzte(n) um weitere Spam-Mails zu versenden und um sich selbst weiterzuverbreiten.

Aufgeflogen ist die Sache als ich bei einer Mail von ihm stutzig wurde. Die Nachricht stammte eindeutig von ihm, aber der Inhalt war natürlich vom Schädling. Erst nach dem öffnen in einem normalen Texteditor und nicht mit dem Mailprogramm war ersichtlich was fuer ein Kauderwelsch drin war.

Tests mit Virenscannern ergaben keine Hinweise auf eine Gefahr.
Das heißt natürlich nicht dass alles harmlos war. Es kann durchaus sein dass in bestimmten Fällen der Virenscanner nichts erkennt, obwohl hochverseucht.

Hier sind wir schon beim zweiten Teil der Eigenverantwortung anderen gegenüber:
Die eigenen Bekannten vertrauen in der Regel einem so dass wohl die meisten von uns bei Mails von engen Bekannten oder engen Freunden blindlings auf die Mails klicken. Im ungünstigen Fall handelt man sich dabei eine Virus ein.

In dem meinem Fall stellte sich heraus dass auch etliche andere Bekannte betroffen waren. Man selbst war jedoch machtlos, da ja der eigene PC nicht  verseucht war und man auf den PC des Bekannten keinen Einfluss hat.
Aber die Email-Adresse war futsch. Die war eben in den Unweiten des Internets unterwegs und natürlich kamen eine ganze Zeitlang unerwünschte Mails die man nicht abstellen konnte.
Der betroffene Bekannte reagierte mit leichten Schulterzucken… „Ich ? Echt ? “

Dabei helfen bereits einfache Schritte um das Übelste abzuwenden:
– nicht alles anklicken was vor die Flinte kommt, gerade bei unbekannten E-Mails
– nicht jeden Mist installieren, schon gar nicht illegale Software von einschlägigen Seiten
– gesunden Menschenverstand einsetzen
– einen Virenscanner installieren, wenigstens einen kostenlosen. (da gibt es durchaus gute)

Überlegen sollten man auf jeden Fall ob ein guter Virenscanner für ca. 30.- im Jahr Euro nicht doch eine sinnvolle Investition ist. Und wenn man Online-Banking betreibt sollte man es sich gerade deswegen zweimal überlegen. Denn, ist das Kind in den Brunnen gefallen, hilft kein Jammern. Ist das Geld weg, hilft kein „Hätt‘ ich nur “

Auch das Surfverhalten sollte man anpassen. Als Laie kann man zwar einer Webseite nicht ansehen ob diese verseucht ist, aber wenn Google oder Browser melden dass diese Webseite die sie besuchen wollen als attackierende Webseite melden, sollten sie eben nicht auf „Weiter“ klicken.

Seiten die bekannte Software (illegal) für „lau“ anbieten sind nicht selten eine Brutstätte von Viren und Malware, und die Betreiber wissen dass man „mit Speck Mäuse fängt“. Ganz abgesehen davon dass es illegal ist.

Da die Online-Aktivitäten immer intensiver werden, alles läuft mehr oder weniger nur noch über das Internet, auch vielleicht bei einem selbst, sollte man sowohl sich selbst als auch andere so weit es geht schützen.

Wenn sie selbst vielleicht kein Geld verlieren, kann es durchaus sein, dass durch ihren verseuchten PC, ihre verseuchten E-Mails z.B. ihre Bekannten sich Schädlinge einfangen und vielleicht dadurch einen finanziellen Schaden erleiden.

Sie selbst kann man dafür vielleicht nicht belangen, denn jeder ist für sich selbst verantwortlich, aber hätten sie für sich selbst Vorsorge ergriffen, wäre die Kette in diesem Fall unterbrochen. Der betroffene Bekannte hätte sich nichts eingefangen.

Es ist natürlich jedermanns persönliche Sache was er tut oder nicht tut. Doch wenn alle wenigstens die notwendigsten Maßnahmen ergreifen, tun sich Virenschleuder wesentlich schwerer. Somit tut jeder auch der Allgemeinheit einen riesen Gefallen.

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