Artikelverzeichnisse und SEO


Vor einigen Jahren war Suchmaschinenoptimierung - auch SEO genannt - ein relativ leichtes Unterfangen. Einst reichte es, in den Metatags einige Stichwörter aufzuführen, um anhand von diesen Begriffen in den Suchmaschinen gelistet zu werden. Dementsprechend war auch der Missbrauch groß, was auch Suchmaschinenbetreiber schnell erkannten.




Linkpopularität wurde in den Algorhitmus mit einbezogen, was auch gewisse Linderung verschaffte. Von nun an reichte es nicht mehr, wie eingangs erwähnt, eine handvoll Suchbegriffe in den Metatags einzubinden, (wobei "eine Handvoll" manchmal hunderte oder tausende Stichwörter bedeuten konnte).

Um vorne in den Suchergebnissen vorn mit dabei zu sein, mußte man ausreichend Links von anderen Webmastern haben, also Backlinks, Verweise auf unsere eigene Seite. Von nun an, neben anderen Faktoren auch, spielte die Link- und Domainpopularität eine wesentliche Rolle. Die Angaben in den Metatags spielen seither keine oder kaum eine Rolle. Dafür ist eine rege Linktauschkultur entstanden. Mitunter exzessiv betrieben. Linkfarmen, Linknetzwerke, Miet- und Kauflinks, Tausch mit Webmastern usw. waren die Folge.

Die Webseitenbetreiber ließen, bzw. lassen sich allerhand einfallen, um an noch mehr Links heranzukommen. Eine solche neue Idee die entstanden ist, sind sog. Artikelverzeichnisse.

Artikelverzeichnisse haben eine gewisse Ähnlichkeit mit den Blogs, einer Art Internet-Tagebücher, Plattform, Schwarzes Brett, wo alle, oder nur registrierte Benutzer etwas veröffentlichen können. Viele Webseiten bieten die Möglichkeit Artikel zu verfassen, die dem Besucher einen Mehrwert bieten soll. Der Vorteil für den Autor des Artikels: er bekommt einen Link, die Besucher können dadurch die Homepage der Autors besuchen, was dem Autor wiederrum Besucher bringt. Von der Idee her also, nicht schlecht. Sowohl der Besucher, als auch der Autor und die Webseite die das Artikelverzeichniss betreibt, haben also einen Nutzen davon. Soweit so gut.

Unbestritten ist dass viele Artikel einen hohen Wert haben, von guter Qualität sind.
Unbestritten ist aber auch, dass wohl der größere Teil der Artikel, nur des Linkens willen existieren. Dementsprechend qualitativ minderwertig, soweit man überhaupt von Qualität reden kann. Sehr vielen Artikeln sieht man es an, dass sie nur deswegen geschrieben worden sind, um einen Link zu bekommen. Der Artikel selbst, nix ganzes, nix halbes. Weder Fisch noch Fleisch.

Der Autor fängt seinen Artikel an, erwähnt sogar irgendwo das eigentliche Thema, sagt etwas drumherum, am Schluss stellt man aber fest: Es wurde viel geredet, aber nichts gesagt Der Artikel ist nur eine leere Hülle. Ohne Substanz. Im Prinzip also unbrauchbar.




Der Nutzen ist zwar da, der Artikelschreiber bekommt seinen Link, er kann seine Linkpopularität steigern, der Betreiber des Artikelverzeichnisses bekommt "Content", der Besucher bleibt aber gleich zweimal auf der Strecke: Besucht er die Webseite mit den veröffentlichten Artikeln, bekommt er Artikel vorgesetzt, die eigentlich keinen echten Inhalt haben, und dann das Zweite Mal, in den Suchergebnissen der Suchmaschinen. Denn Artikelschreiber sind rege Zeitgenossen, sie sind eifrig im Schreiben und im Linksammeln. Durch die hohe Linkpopularität sind sie dementsprechend auch in den Suchergebnissen der Suchmaschinen weit oben.

Das ist die zweite Keule auf die Rübe des Besuchers...Er bekommt zweimal nix vorgesetzt...
Er geht zweimal leer aus.

Siehe auch: Sollte ich Artikel Schreiben und in Artikelverzeichnissen veröffentlichen ?


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